Die Geschichte des FC WetzikonGeschichte des FCW – von der Gründung bis in die NeuzeitQuelle: „75 Jahre FCW – Clubgeschichte 1922 - 1997“ zusammengestellt durch: Walter Erzinger Am 1. August 1922 gründen eine Anzahl junger Burschen den FCW. Bereits einen Monat später, am 1. September 1922, wird die Gründungsversammlung unter dem Vorsitz von Edy Glanzmann abgehalten. Erster Vereinspräsident ist Ernst Meier. Hinter der alten Sekundarschulturnhalle kann ein Spielfeld im „Rötel“ für jährlich 450 Franken gemietet werden. Im Oktober 1922 wird – nach dem Beitritt zum Schwei¬zerischen Fussball- und Athletik-Verband – der Spielbetrieb in der C-Meisterschaft aufgenommen. Als Club-, Versammlungs- und Veranstaltungslokal dient bis in die Achtziger¬jahre das Restaurant Löwen, gleichzeitig ist es lange Jahre auch Umkleidelokal. Die anfänglich in der Bevölkerung und namentlich unter den Lehrern vorhandene Skepsis gegenüber dem offiziellen „Tschutten“ verschwindet mehr und mehr, und bereits 1924 stösst ein erstes Turnier in Wetzikon – mit neuen Tenus in gelb-schwarz (die ersten 2 Jahre spielte der FCW weiss-rot) – auf reges Interesse. ![]() (1. Mannschaft 1924, erstes offizielles Mannschaftsbild) Mit dem ersten „Kränzli“ im Januar 1926 kann ein Reingewinn von 200 Franken verbucht werden. Trotzdem brechen finanziell und auch sportlich schwere Zeiten an, und im Mai 1930 kann die Auflösung des FCW nur dank dem grossen Engagement einiger weniger Mitglieder verhindert werden. An der GV 1932 verkündet der Vorstand freudig, dass ab sofort auf einem ansprechenderen Platz Fussball gespielt werden könne. Für jährlich 500 Franken mietet der FCW im „Feld“ (auch „Aecherli“ genannt) ein neues Spielfeld, das tagsüber in Untermiete den nahegelegenen Schulen zur Verfügung gestellt wird, wodurch sich die Belastung für den Verein um 320 Franken vermindert. Ebenfalls 1932 erfolgt der Beitritt zum Fussballverband Region Zürich. Im Jahr 1934 gewinnt der FCW erstmals eine Meisterschaft und zwar kantonal in der Serie C, während in der Schweizer Meisterschaft der 4. Liga der zweite Platz herausschaut. Im gleichen Jahr wird das FCW-Lied erstmals im Protokoll einer Monatsversammlung erwähnt. FCW-Lied 1937 wird der langersehnte Drittliga-Aufstieg nach mehreren Anläufen endlich Tatsache und nach einem missglückten Versuch im Jahr 1930 klappt nun auch die Gründung einer Juniorenabteilung. Im Jahr darauf organisiert der FCW erstmals sein Grümpi. Die Kriegsjahre sind schwierig: Nur dank dem Einsatz vieler Junioren in der Aktivmannschaft gelingt es jeweils, die Mobilisations-Meisterschaft zu bestreiten. Und nur mit grosser Mühe kann verhindert werden, dass der Fussballplatz im „Feld“ der sogenannten Anbauschlacht zum Opfer fällt (Hinweis für unsere Jungen: Die Eidgenossenschaft verpflichtete die Gemeinden, auf allen irgendwie möglichen Flächen Nahrungsmittel anzubauen). Mit dem Fuhrhalter und Bauer Albert Weber kann vereinbart werden, dass er den Fussballplatz im Sommer als Grasfläche nutzt und dafür der Gemeinde als Ersatz für das „Feld“ eigenes Püntland als Anbaufläche zur Verfügung stellt. Nach dem Krieg kommt der Aufschwung - auch sportlich. 1946 steigen die Aktiven des FCW erstmals in die 2. Liga auf und im Oktober wird die Seniorenabteilung gegründet. Nach nur 4 Saisons in der 2. Liga folgt 1950 das erste grosse Highlight: mit dem Aufstieg in die 1. Liga! ![]() (1. Mannschaft 1950) Die Spiele in der ersten Liga stossen auf enormes Zuschauerinteresse. So säumen bei gewissen Spielen in den 3 Jahren der Erstliga-Zugehörigkeit bis 1000 Fans das „Wetziker-Feld“. 1953 sagt der FCW der Erstliga adieu … bis wann? … oder eventuell für immer? Und das, nachdem 1954 die Planung der grossen Sportanlage „Meierwiesen“ beginnt, die 1957 eingeweiht wird. Mit dem Umzug vom „Feld“ auf die „Meierwiesen“ beginnen sich die Platzprobleme jedoch zu verschärfen, zumal inzwischen 10 Mannschaften des FC Wetzikon am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen und die Rasenplätze unter der Obhut der Gemeinde weniger stark belastet werden dürfen als zuvor. ![]() (Karikatur, 1953) 1960 verlässt mit Rosario Martinelli, der in Wetzikon das Fussballhandwerk erlernt hat, den FCW Richtung FCZ und wird dort sechsmal Schweizer-Meister und fünfmal Cupsieger. Er bildet zusammen mit Köbi Kuhn über Jahre hinweg das legendäre FCZ-Mittelfeld. Leider will sich der gebürtige Italiener trotz vieler Versuche nicht einbürgern lassen, sonst könnte hier sicher auch über seine Nati-Karriere berichtet werden. Im Jahr 1962 wird die erste Mannschaft zum dritten Mal hintereinander 2. Liga-Gruppenmeister, aber der Wiederaufstieg in die 1. Liga misslingt einmal mehr. Mit Fredy Gröbli bringt der FCW einen weiteren „grossen“ Fussballer hervor, der 1967 von GC entdeckt wird. Mit GC wird Fredy Gröbli einmal Meister und zweimal Vizemeister. Dank seiner Konstanz erhält er diverse Aufgebote in die Schweizer Nati. 1969 gilt als das Glanzjahr der Juniorenbewegung: Die Wetziker A-Junioren werden Regionalmeister und schaffen den Aufstieg in die höchste Liga, die A-Inter-I-Klasse. In diesem Jahr entsteht auch die Supporter-Vereinigung und führt sich sehr gut ein, indem sie den Bau der Zuschauertribüne in der „Meierwiesen“ finanziert. ![]() (A-Junioren 1969) Das 50-Jahr-Jubiläum wird mit einem grossen Fest begangen. Dem Verein geht es vor allem finanziell gut, beträgt doch das Vermögen über 22'000 Franken. ![]() (1. Mannschaft 1974, zu beachten sind die trendigen Frisuren) 1975 geht als schlechtes Jahr in die Annalen ein: der FCW muss nach 22 Jahren Zweitligafussball in die 3. Liga absteigen, was einige Turbulenzen ins Vereinsleben bringt. Der Vorstand beschliesst, künftig auf die Verpflichtung sogenannter „Asse“ zu verzichten und wieder vermehrt auf eigene Kräfte zu setzen. Zwei Jahre später gelingt der Wiederaufstieg, doch schon 1978 findet man sich wieder im Unterhaus. Es zeigt sich, dass der erneute Wiederaufstieg in die 2. Liga sehr steinig ist. Zwar klassiert sich unsere 1. Mannschaft meistens in der Spitzengruppe, aber erst 1987 wird auch die Aufstiegspoule erfolgreich abgeschlossen. Es folgen vier erfolgreiche Zweitligajahre – stets mit Podestplätzen sowie der verpassten Erstligaqualifikation 1989. ![]() (1. Mannschaft 1987) Auch in diesem Jahr gibt es etwas zu feiern: Zum 50. Mal wird das Grümpi ausgetragen! Leider sinkt jedoch die Beliebtheit von Grümpis, und es gelingt immer weniger, die Teilnehmer zum geselligen Verbleiben zu animieren. Fazit: Der finanzielle Grümpi-Zustupf in die Vereinskasse geht immer mehr zurück. Dies und das zunehmend unsportliche Gebaren gewisser Akteure führt schlussendlich dazu, dass auf die Organisation des Grümpis verzichtet wird. Eine entgegengesetzte Entwicklung ist bei den Mitglieder- und Mannschaftszahlen festzustellen – beide wachsen kontinuierlich. 1995 nehmen erstmals 2 Mädchenteams am Meisterschaftsbetrieb teil, und ein Jahr später auch das erste Damenteam. 1996 zählt der Verein insgesamt 27 Mannschaften – 3 Aktive, 4 Senioren und 20 Junioren. Aufgrund der zunehmenden Platzprobleme müssen immer wieder ganze Teams aufgelöst werden. Verschiedene Abstimmungen an der Urne finden trotzdem nicht das Gehör des Souveräns. In der Saison 1997/98 steigt die 1. Mannschaft in die 1. Liga auf. Jedoch gelingt es ihr nicht, sich dort zu etablieren. Im Gegenteil! In der Saison 2003/04 steigt unser Fanionteam gar in die 3. Liga ab, schafft aber ein Jahr später den Wiederaufstieg in die 2. Liga. An der GV 2006 wird das IEK (Individuelles Einsatzkonzept) ohne Gegenstimme angenommen. Darin ist klar geregelt, wie viele Einsätze die Aktiven zu leisten haben. Das in diesem Zusammenhang neu eingeführte Depot soll bei einem Austritt zur Begleichung allfälliger Schulden dienen und verschafft dem FCW die dringend notwendige Liquidität. Seit der Einführung des „vorbildlichen Vereins“, in der Saison 2001/02 erhält der FC Wetzikon in jedem Jahr diese Auszeichnung, welche ihn als einen Verein ausweist, welcher weit über den Trainings- und Spielbetrieb hinweg aktiv ist. Auch punkto Fairness weiss sich der FCW auszuzeichnen. Immer wieder taucht der Verein oder einzelne Team an der Spitze der Fairness-Ranglisten auf. In der Saison 2004/05 erreicht der FCW gar gesamtschweizerisch den hervorragenden 3. Platz! Und nur drei Saisons später gelingt ihm mit dem 20. Rang erneut ein absolutes Spitzenresultat. |